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7 Chemikalien, die du in Kosmetik findest

Ich habe mich schon so häufig gefragt, wieso in Kosmetika eigentlich immer mindestens 5-Zeiler (trotz kleiner Schriftgröße) an Inhaltsstoffen aufgeführt sind. Von diesen Inhaltsstoffen haben die meisten Menschen noch nie gehört und frau oder man sollte nicht Chemie studieren müssen, um zu verstehen UND zu bewerten, ob diese Stoffe eigentlich pflegend für die Haut sind.

Manchmal ist es leider genau das Gegenteil.

Um ein bißchen Klarheit in das Wirrwarr von       -onen und -enen zu bringen, habe mich dazu entschlossen ein Art Aufklärungsartikel auf die Thematik zu schreiben. Hierin möchte ich dir 7 Chemikalien vorstellen, die du häufig in Kosmetika findest, allerdings keinen gewinnbringenden Nutzen für dich und deine Haut haben. Dazu habe ich jeweils auch die Endung geschrieben, durch die du unter den Inhaltsstoffen (in der Kosmetik auch INCI für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) herausfinden kannst zu welcher Stoffklasse die Chemikalie gehört. Los geht´s!

 1. Silikone I Endung: -one I Beispiel: Polytetrasiloxan

Silikone besitzen eine weichmachende und glättende Eigenschaft. Daher werden sie gerne in Haar-Conditionern und Cremes verwendet. Zu weiteren Anwendungsmöglichkeiten gehören die Anwendung als Fugendichtmittel oder in der plastischen Chirurgie als Implantat. Die korrekte chemische Bezeichnung für Silikone sind Polysiloxane oder Poliorganosiloxane. Silikone hinterlassen ein angenehmes Hautgefühl, da sie die Poren quasi auffüllen. Allerdings kann die Epidermis durch den „Schutzfilm“ nicht mehr einwandfrei Sauerstoff aufnehmen. Zudem besitzen Silikone keine hautpflegenden Eigenschaften, sondern fühlen sich lediglich gut an. Da Silikone schlecht löslich sind werden sie nur durch mehrmaliges Haarewaschen  mit bspw. Apfelessig ausgewaschen. Silikone sind daher als Stoffe in Kosmetika fragwürdig.

2. Parabene I Endung: -parabene I Beispiel: Methylparaben

Parabene haben eine antifungale (gegen Pilze) und antimikrobielle (gegen Bakterien) Wirkung. Daher werden sie als Konservierungsstoffe in Kosmetik eingesetzt. Die korrekte chemische Bezeichnung für Parabene sind para-Hydroxybenzoesäureester. Sie stehen im Verdacht endokrine Disruptoren zu sein. Das sind schädliche Stoffe, die in den Hormonhaushalt eingreifen können. In Vitro konnte bereits nachgewiesen werden, dass Parabene an Östrogene, also weibliche Geschlechtshormone, binden können.[1]

3. Mikroplastik I Endung: -ene, -ane, -ate, -amide, Crosspolymer I Beispiel: Polypropylene, Acrylate

Ich glaube hierzu muss ich nicht mehr viel sagen 😊 … Mikroplastik ist ein günstiger „Lückenfüller“ in Kosmetika und für verschiedene Dinge anwendbar, wie bspw. Mikroplastik-Peeling (bähhh – das klingt schon ekelig!). Die Meere sind bereits voller Mikroplastik. Es gibt viele tolle Organisationen, die sich für die Säuberung der Meere einsetzen, wie OceanClean Up.[2]

4. Duftstoffe I Endung: -ol, -al, -ene, -in) I Beispiel: Eugenol, Limonene, Citral

Ich selbst bin an sich nicht allergisch gegen geringe Konzentrationen von Duftstoffen. Gerade erinnere ich allerdings, dass es mir bei dem ein oder anderen Duft in der Nase kribbelt und ich niesen muss. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du dir duftstofffreie Sensitiv-Kosmetik kaufen.

5. Aluminium und Aluminiumsalze I Endung: -chlorohydrate I Beispiel: Aluminiumhydroxychlorid

Aluminiumsalze befinden sich in Antitranspiranzien und vermindern das Schwitzen. Die eingesetzten Aluminiumsalze fällen die beim Schwitzen entstandenen Proteine. Die hierdurch gebildeten unlöslichen Ablagerungen verstopfen die Poren. Zudem kann bei hohen Dosen eine Aluminium-Vergiftung auftreten, wodurch das Gehirn und Knochen geschädigt werden. Bei den ganzen Negativ-Schlagzeilen um das arme Aluminiumhydroxychlorid sei allerdings anzumerken, dass eine Studie des SCCS (Wissenschaftlicher Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission) aus dem März 2020 besagt, dass die Aufnahme von Aluminiumsalzen über die Haut, also durch Antitranspiranzien, wenig bedeutend sei im Gegensatz zur Aufnahme über die Nahrung, bspw. durch Getreide.[3]

6. Polyethylenglykol, PEG-Derivate und Sodium-Lauryl-Sulfate I Endung: -eth, PEG- I Beispiel: PEG-7 Glyceryl Cocoate

PEG und Natrium-Laurylsulfate werden als Emulgatoren und Tenside in Kosmetik eingesetzt. Emulgatoren bewirken eine Mischung von sich ansonsten nicht mischbaren Phasen, wie das klassische Beispiel Öl und Wasser. Viele Kosmetika benötigen einen Emulgator. Wobei Emulgatoren nicht gleich schlecht sind. Hier ist es ausschließlich um Polyethylenglykole. Diese sind für eine höhere Durchlässigkeit der Haut verantwortlich, also auch für Schadstoffe. Natrium-Laurylsulfate hingegen werden als Tenside verwendet, obwohl sie die Haut austrocknen und reizen. Insbesondere Menschen mit trockener Haut sollten daher ein kritisches Auge auf diesen Inhaltsstoff haben.

7. Erdöl I Beispiel: Paraffinum Liquidum, Isoparaffin, Vaseline

Ich schließe mit einem Klassiker ab, der dir wahrscheinlich schon häufiger begegnet ist: Erdöl. Der Abbau von Erdöl ist nicht nur problematisch für die Umwelt. Durch den abdichtenden Charakter kann die Haut bei der „Abdichtung mit Erdöl“ in Kosmetika nicht atmen und trocknet aus. Unser Schätzchen kann nicht nur schlecht mit Nährstoffen versorgt werden, sondern es bilden sich Mitesser auf dem Ölfilm. Das klingt doch nicht besonders gesund, oder?

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Ich hoffe, dass ich dir einen kleinen Einblick in die Chemikalienwelt der Kosmetika geben konnte und du dich nun besser aufgeklärt fühlst! Besonders die Studie des SCCS über Aluminiumsalze hat mich überrascht! Falls du Ideen für einen weiteren Artikel hast oder möchtest, dass ich über ein bestimmtes Thema schreibe, schreibe mir gerne eine Mail ([email protected]) – ich freue mich!

[1] Association of phthalates, parabens and phenols found in personal care products with pubertal timing in girls and boys; Kim G Harley, Kimberly P Berger, Katherine Kogut, Kimberly Parra, Robert H Lustig, Louise C Greenspan, Antonia M Calafat, Xiaoyun Ye, Brenda Eskenazi; Human Reproduction, Volume 34, Issue 1, January 2019, Pages 109–117.

[2] https://theoceancleanup.com; Stand: 5.11.20

[3] https://medwatch.de/2020/07/11/offizielle-entwarnung-fuer-aluminium-in-kosmetika; Stand: 5.11.20

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